Den Umbruch im Berufsfeld in allen Facetten erlebt

sks… hat sich in 24 Jahren vom Schriftsetzerbetrieb zum Multimedia-Dienstleister entwickelt

Der Geschäftsführer: Wilfried Kammeier gehört zu den Gründern

Fotosatz und Schriftsatz für Kalender waren der Anfang der sks Layoutsatz GmbH. Reinhard Standke, Wolfgang Strunk und Wilfried Kammeier gründeten 1981 das Unternehmen am Albrecht-Delius-Weg in Bielefeld. Geblieben ist Kammeier, der zusammen mit seiner Frau Monika „Ihr Produktions-Team sks…” weiterführt.
„Von Anfang an war die Branche im Umbruch”, erinnert sich der gebürtige Herforder. Selbst gelernter Schriftsetzer ließ er sich nach der Bundeswehrzeit zum Fotosetzer umschulen. Mit einem sogenannten Diatype-Gerät fing schließlich alles an. „Damals gab es natürlich noch keine Computer, die Schriften mussten wie bei einer Zeitung einzeln gesetzt werden”, sagt Kammeier.
Neben der Kalenderindustrie war die Werberanche einer der ersten Kunden von sks… Egal ob Preislisten oder Reklametafeln, die Setzer waren für die technische Umsetzung unentbehrlich. Doch schon sechs Jahre nach der Gründung stand die erste zukunftsweisende Entscheidung an. Unter den Gesellschaftern brach eine Diskussion über die Angebotspalette und die Kundenorientierung aus. Das hatte zur Folge, dass sich ein Gesellschafter selbstständig machte, Kammeier blieb bei seiner Idee einer breiten Produktpalette. So investierte er 1988 nach dem Umzug des Unternehmens an die Elsternstraße, die Firma beschäftigte inzwischen 15 Mitarbeiter, in eine Berthold-Fotosatz-Maschine mit Schriftscheiben-Belichtung. „Dennoch kostete damals die Herstellung einer Schrift immer noch 1.000 Mark.” Zum Vergleich: heute kostet eine Schrift weniger als ein Euro.

» sks… wandelte sich vom Techniker zum Full-Service-Dienstleister «

Mit der technologischen Entwicklung wie die Umstellung auf Laserbelichtung 1989 änderten sich auch die Kundenansprüche. Kammeier entschied sich für die Verknüpfung von technischer Umsetzung mit Grafik, Entwurf und Gesamtkonzeption eines Projektes.
„sks… wandelte sich vom Techniker zum Full-Service-Dienstleister.” Für Kunden in ganz Ostwestfalen fertigte sks… Prospekte, Preislisten und anderes. Die größte Entwicklung brachten jedoch die PCs mit sich. 1992 übernahm sks… die Bielefelder Firma Yougatron samt fünf Mitarbeitern und Mac- und DOS-Arbeitsplätzen. Doch dann entbrannte ein „Krieg” unter den Mitarbeitern. „Damit haben wir natürlich überhaupt nicht gerechnet”, sagt Kammeier heute. Die “Alten” waren Techniker, gelernte Schriftsetzer wie Kammeier einer war. Sie arbeiteten präzise, zogen Linien auf der Skizze Millimeter genau. Ihre Arbeitszeiten begannen pünktlich und endeten am frühen Abend. Und jetzt sitzen da fünf Neue. Sie sind jung, kennen sich mit der PC-Technik bestens aus.

In den Augen der „Alten” klicken die „Jungen” nur auf dem PC herum, arbeiten nicht am Stück, machen Pausen, wann es ihnen gefällt. „Das führte zu harten Auseinandersetzungen”, weiß auch Monika Kammeier zu berichten. Doch nach und nach setzte sich bei den älteren Mitarbeitern der Gedanke durch, dass dies die Zukunft sein wird. Sie wollten sich umschulen lassen. „Das zog für uns bedeutende Kosten nach sich”. Kammeiers wandten sich ans Arbeitsamt. Doch dort stieß ihre Bitte um staatliche Unterstützung auf Unmut. „Die sagten uns, wir sollten die alten Arbeitnehmer erst entlassen. Dann würden sie auf Staatskosten umgeschult werden, damit wir sie anschließend wieder einstellen können.” Totaler Schwachsinn in den Augen des Unternehmerpaares. Also investierten sie selbst in die Umschulungen.

Mit der neuen Technik folgte 1994 auch die Änderung des Firmennamens in „sks… die Druckvorstufe GmbH”. Es folgte der Einzug der Multmedia-Produktion und der Einstieg ins World-Wide-Web. 1997 zog sks… in den heutigen Standort an die Ludwig-Erhard-Allee 20. Auf 645 Quadratmetern arbeiten 13 Mitarbeiter und zwei Auszubildene.
Heute nennt sich sks… „Ihr Produktions-Team” und ist ein Dienstleister des kompletten Medienangebots. Ob der 160-Seiten starke Firmenkatalog in zwölf Sprachen, die Präsentbox mit exklusiven Weinen für Firmenkunden oder sogar ein Gesellschaftspiel für eine Getränkemarke, Kammeiers Spektrum lässt sich schier endlos erweitern.
„Wir übernehmen einen Auftrag, in dem wir uns um alle Dinge kümmern”, sagt Kammeier. sks… organisiert die Waren, gestaltet die Layouts, macht den Druck, und liefert das Endprodukt. Schon haben Kammeiers die nächste zukunftsfördende Entscheidung getroffen. In Kooperation mit der Agentur „WörterSee” soll die Öffentlichkeitsarbeit für Kunden verbessert werden. (Patrick Schlütter)

Quelle: Artikel aus “Starke Partner in der Region “, Nr. 110, Fr. 13. Mai 2005